Die jüngsten Unruhen in Frankreich werden oft als Protest von Schülern gegen überfüllte Klassen und fehlende Lehrer beschrieben. Für den französischen Publizisten Guy Millière ist das nur der Ausgangspunkt. In seinem Beitrag für das Gatestone Institute schreibt er, die Proteste seien rasch von linken Aktivisten und Gruppen aus den Vorstädten aufgegriffen worden. Seine These: Aus einer Schuldebatte wurde eine politische und gewaltsame Auseinandersetzung mit dem französischen Staat.
Millière nennt brennende Mülltonnen und Schulen, Angriffe auf Feuerwehrleute, Polizisten und Lehrer sowie zerstörte Einsatzfahrzeuge. Mehr als 700 Polizisten und über 100 Beschäftigte von Schulen seien verletzt worden, schreibt er. Besonders empört ihn, dass auch Lehrer angegriffen worden sein sollen. Damit beschreibt er die Vorgänge als weit mehr als lautstarke Schülerdemonstrationen. F-NEWS hatte bereits über die Eskalation der Unruhen in Frankreich berichtet.
Eine zentrale Rolle weist Millière der Linkspartei La France Insoumise und ihrem Gründer Jean-Luc Mélenchon zu. Politiker der Partei hätten Schüler ermutigt, die Proteste zu verschärfen. Mélenchon stehe seit Langem für einen radikalen Umbau Frankreichs und suche politische Bündnisse mit islamistischen und pro-palästinensischen Milieus, meint der Autor. Er führt dazu Mélenchons frühere trotzkistische Bindungen, seine Angriffe auf die Polizei und die Nähe seiner Partei zu militanten Gruppen an.
Millière verweist auf palästinensische Fahnen bei den Protesten und auf Parolen, die mit besseren Lernbedingungen nichts zu tun hätten. Auch die aus seiner Sicht verharmlosende Haltung der Regierung greift er an. Präsident Emmanuel Macron habe vor allem die Härte der Polizei kritisiert, während Premierminister Sébastien Lecornu einen demokratischen Dialog an Schulen forderte. Für Millière geht diese Reaktion am politischen Charakter der Gewalt vorbei.
Seine Kritik reicht über Frankreich hinaus. Der Autor übernimmt die Recherche der Journalistin Asra Nomani, die ein internationales Netz von Schülergruppen, Gewerkschaften, kommunistischen Organisationen, Parteien und pro-palästinensischen Aktivisten hinter der Mobilisierung beschreibt. Über diese Fox-News-Recherche berichtete F-NEWS bereits. Millière deutet das Zusammenspiel als Bündnis einer radikalen Linken mit islamistischen Kräften gegen die bestehende Ordnung.
Mit Blick auf die französische Präsidentschaftswahl 2027 warnt Millière vor einer weiteren Zuspitzung. Seine Befürchtung: Die Unruhen könnten Vorbote neuer Proteste werden, falls Marine Le Pen oder ihr politisches Lager die Macht erreichen. Er zeichnet das Bild eines Landes, dessen Regierung die Gewalt unterschätze, während die politischen Gegner immer selbstbewusster aufträten.








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