Die Berliner Linken-Chefin Elif Eralp war noch im Jahr 2025 Mitglied der Roten Hilfe. Darauf hat jetzt unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung hingewiesen. Der Verein wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft. Ausgerechnet diese Politikerin will nach dem Wahlsieg der Linken in das Rote Rathaus einziehen.
Der Nachweis stammt nicht aus einem anonymen Hinweis oder einer politischen Kampagne, sondern aus den offiziellen Unterlagen des Berliner Abgeordnetenhauses. In einer im Frühjahr 2025 veröffentlichten Ausgabe des Abgeordnetenhandbuchs wird die Rote Hilfe ausdrücklich unter Eralps Vereinsmitgliedschaften aufgeführt. Daneben stehen unter anderem Verdi, Amnesty International, die VVN-BdA und die Linkspartei.
In der dritten Auflage des Handbuchs vom 8. Oktober 2025 ist die Rote Hilfe aus der Aufzählung verschwunden. Auch auf der aktuellen Abgeordnetenseite Eralps wird sie nicht mehr genannt. Daraus lässt sich ableiten, dass die Mitgliedschaft im Laufe des Jahres 2025 beendet oder zumindest nicht mehr angegeben wurde. Wann Eralp austrat und aus welchem Grund, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
Die Rote Hilfe präsentiert sich selbst als Solidaritätsorganisation für politisch Verfolgte. Die Einschätzung des Verfassungsschutzes fällt deutlich anders aus. Im Verfassungsschutzbericht heißt es, der Verein unterstütze Straf- und Gewalttäter aus dem linksextremistischen Spektrum politisch und finanziell. Auswahl und Begründung der Unterstützungsfälle ließen erkennen, dass die Rote Hilfe Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht nur befürworte, sondern auch unterstütze. Der Verein agiere zwar nicht selbst gewalttätig, lehne aber die freiheitliche demokratische Grundordnung ab.
Die Bundesregierung bestätigte diese Bewertung im Frühjahr 2026 erneut. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage warf sie der Roten Hilfe außerdem vor, den Rechtsstaat als repressiv darzustellen und Gerichtsentscheidungen als politisch motivierte Klassenjustiz abzuwerten.
Das ist kein belangloser Eintrag in einer alten Vereinsliste. Eralp ist Juristin, war seit 2010 rechtspolitische Referentin der Linksfraktion im Bundestag und sitzt seit 2021 im Berliner Abgeordnetenhaus. Nach dem Wahlsieg ihrer Partei beansprucht sie das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Wer Berlin führen will, muss erklären, weshalb er einer vom Verfassungsschutz als linksextremistisch und gewaltunterstützend bewerteten Organisation angehörte.
Der Vorgang trifft die Berliner Linke in einer ohnehin heiklen Lage. Erst vor wenigen Tagen brachte eine Tichy-Recherche die Partei wegen Kontakten in das Umfeld arabischer Großfamilien in Erklärungsnot. Nach der Wahl zeigte sich zudem der Zentralrat der Juden alarmiert. F-News berichtete darüber, wie die jahrelange Fixierung auf die AfD den Blick auf problematische Strömungen der Berliner Linken verstellt hat.
Eralps gestrichener Vereinseintrag beseitigt diese Fragen nicht. Im Gegenteil: Solange sie nicht offenlegt, wann und weshalb die Mitgliedschaft endete und wie sie heute zur Roten Hilfe steht, bleibt der Verdacht eines stillen Rückzugs aus taktischen Gründen im Raum.







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