Siebte UFO-Tranche: Schwarzes Dreieck beschäftigt Pentagons UFO-Ermittler

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Die USA haben am Freitag die siebte Tranche ihrer UFO-Akten veröffentlicht: 28 Dokumente, darunter ein neuer Bericht über ein schwarzes Dreieck an einem sicherheitsrelevanten Standort im Westen der USA. Neue Videos fehlen. Während Washington weitere Unterlagen öffnet und selbst Ermittlungsbedarf sieht, erklärt die Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage lapidar, ihr lägen zu UAP keine Erkenntnisse vor.

Im Mittelpunkt steht ein Memorandum des All-domain Anomaly Resolution Office (AARO), der Untersuchungsstelle des Pentagon für ungeklärte Phänomene: DOW-UAP-D176. Zwei Bundesagenten schildern eine Beobachtung aus diesem Jahr, ergänzt durch einen dritten Beamten an einem anderen Beobachtungsposten. Beschrieben wird ein mattschwarzes, dreieckiges Objekt mit geschätzten vier bis viereinhalb Metern Spannweite. Es soll senkrecht aufgestiegen sein, etwa 20 Sekunden geschwebt haben und anschließend schnell in einen Canyon abgetaucht sein. Die Zeugen berichten von fehlendem Fluggeräusch und einer gleichmäßigen Wärmesignatur ohne erkennbare Abgasfahne.

Bemerkenswert ist die Einordnung der US-Untersuchungsstelle AARO: Der Fall verdiene weitere Ermittlungen, weil gemeldete Form und Bewegungsprofil anderen Vorfällen im Westen der USA stark ähnelten. Die Behörde sieht also einen möglichen Zusammenhang. Eine instrumentelle Geschwindigkeitsmessung enthält der Bericht allerdings ausdrücklich nicht. Das Tempo wurde von Zeugen mit dem eines Kampfjets verglichen. Eine Suche am folgenden Morgen fand weder Wrackteile noch Bodenschäden.

Der zugehörige FBI-Bericht D043 zeigt zugleich, wie viel Aufklärungsarbeit noch nötig ist. Dort wird ein Objekt beschrieben, das am ehesten einer Deltaflügeldrohne gleiche. Als gesamte Sichtungsdauer werden etwa drei Sekunden genannt. Das passt nicht ohne Weiteres zum längeren Ablauf im AARO-Memorandum. Zwei Akten sind hier keine zwei unabhängigen Bestätigungen, sondern unterschiedliche Dokumentationen eines zusammengehörigen Falles.

Daneben öffnet die Tranche den Blick in die Arbeit von Bigelow Aerospace Advanced Space Studies, kurz BAASS, für das DIA-Programm AAWSAP. Eine Selbstdarstellung der Analysefähigkeiten vom November 2010 enthält unter anderem Modellrechnungen zum „Tic Tac“-Vorfall von 2004, zu kugelförmigen Objekten und zu Bewegungen im Wasser. Das dokumentiert ernsthafte technische Untersuchungsansätze, aber auch das Eigeninteresse eines Auftragnehmers, seine Arbeit fortzusetzen. Eine Simulation ist noch keine Messung eines unbekannten Antriebs.

UAP-Kommentator Andy McGrillen stellt in seiner ersten Reaktion auf Release 7 bei „That UFO Podcast“ genau diesen Gegensatz heraus: Ein Dreiecksfall, den AARO weiter untersuchen will, umfangreiche Bigelow-Unterlagen und weiterhin keine neuen Videos. Er greift auch die Pläne für die gemeinsame Forschungsdatenbank „Project Capella“ auf. Der Wert der Akten liegt damit zunächst darin, Fälle und Forschungsprogramme nachvollziehbarer zu machen. Die erwarteten visuellen Belege ersetzt der Papierstapel nicht.

Die Journalisten George Knapp und Jeremy Corbell hatten bereits am 25. September in „Weaponized“ zur sechsten Tranche die Frage nach dem fehlenden Rest des AAWSAP-Archivs gestellt. Nach Aussagen von Robert Bigelow sowie den beteiligten Forschern James Lacatski und Colm Kelleher sei der DIA ein wesentlich größerer Bestand übergeben worden. Das war ihre Kritik vor der jetzigen Freigabe, kein neues Urteil über Release 7. Die nun veröffentlichten BAASS-Berichte machen diese Suche konkreter: Entscheidend bleibt, welche Unterlagen vorliegen und welche weiterhin fehlen.

Der Kontrast zu Berlin ist erheblich. In ihrer Kleinen Anfrage 21/8323 fragte die AfD nach Erfassung, Zuständigkeiten, Daten und internationalem Austausch. Die Antwort 21/8662 vom 16. Oktober lautet zum Kern des Themas: „Über UAP liegen keine Erkenntnisse vor.“ Gesonderte Meldewege gebe es nicht, ebenso wenig ressortübergreifende Strukturen oder Arbeitsgruppen. Über Meldungszahlen der vergangenen zehn Jahre verfüge die Regierung über keine entsprechenden Informationen. F-NEWS hatte die Antwort bereits ausgewertet.

Ganz ohne Überwachung ist der deutsche Himmel deshalb nicht: Die Bundesregierung verweist auf bestehende Luft- und Weltraumsensoren und die Auswertung ihrer Daten. Was fehlt, ist eine nachvollziehbare, speziell auf ungeklärte Beobachtungen ausgerichtete Erfassung. Wer keine gesonderten Meldungen und keine gemeinsame Auswertungsstruktur vorsieht, schafft sich auch keinen systematischen Überblick. „Keine Erkenntnisse“ ist unter solchen Voraussetzungen ein dünnes Argument, das Thema abzuhaken.

Der Würzburger Raumfahrtprofessor Hakan Kayal fordert dagegen ein nationales Kompetenzzentrum für SETI und anomale Phänomene im Luft- und Weltraum. Gegenüber Andreas Müller bei „Grenzwissenschaft-Aktuell“ verweist er auf mögliche neue Naturerkenntnisse und den praktischen Nutzen für Drohnendetektion, Sensorfusion und Luftraumüberwachung. Kayal verlangt dafür dauerhafte Strukturen und verlässliche Schnittstellen zu Behörden. Das ist eine Forderung zur deutschen Forschungspolitik, keine Ferndiagnose des neuen US-Dreiecksfalls.

Auch Müller widerspricht der Vorstellung, Deutschland habe mit UFO-Akten nie etwas zu tun gehabt: Er verweist auf bereits veröffentlichte Bestände unter anderem von Bundeswehr, Ministerien und BND. Was fehle, sei deren koordinierte Sammlung und Untersuchung. Während die USA nach der von F-NEWS behandelten sechsten Veröffentlichung nun weitere Akten zugänglich machen, steht in Berlins Antwort ein bemerkenswert endgültiger Satz: „Derzeit ist eine Überarbeitung bestehender Verfahren nicht geplant.“

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